Bremer Hochschulpolitik

Infos zur Weiterentwicklung der digitalen Lehre
im Land Bremen

am 22.9.2020 hat der Bremische Senat aus dem Bremen Fond ein Sonderbudget in Höhe von 15 Mio € zur Stärkung der Digitalen Lehre verabschiedet.

Dem vorausgegangen war eine Anhörung im „Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit“ am 27.8.2020, bei der Rektorate, Personalräte, Asten, Frauenbeauftrage sowie des Landesbehindertenbeauftragten Stellungnahmen abgegeben haben. Diese sind unter https://sd.bremische-buergerschaft.de/sdnetrim/UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZSyaRVXqxG-rsMaGowMXCKrzo5wY83Ied2ixTqfyPaQk/Oeffentliche_
Sitzungsunterlagen_Ausschuss_fuer_Wissenschaft-_Medien-_Datenschutz_und_Informationsfreiheit_-_20._WP_27.08.2020.pdf
verfügbar. Vermutlich aufgrund hartnäckiger Nachfragen konnte auch der hlb als einzige nicht-institutionelle Interessensvertretung eine Stellungnahme abgeben. Weitere Unterlagen zu dieser Ausschussitzung finden sich unter https://sd.bremische-buergerschaft.de/tops/?__=UGhVM0hpd2NXNFdFcExjZbT-VAbrhW66-JYGfZaEcEM.

Die Nichtbeteiligung von Berufsverbänden und anderen Organisationen, die die Arbeitnehmerseite vertreten, scheint im Gegensatz zu den Vorjahren ein neuer bremischer Politikstil zu sein nachdem ja bereits BremHG am 09.07.2020 direkt in der Bürgerschaft zur Entscheidung gebracht und hier nicht einmal der „Ausschuss für Wissenschaft, Medien, Datenschutz und Informationsfreiheit“ gehört wurde. Der Videomitschnitt der Sitzung unter https://vimeo.com/436999186, wo die Diskussion ab 6:24:57 nachzuverfolgen ist sowie die Beschlussfassung ab 7:01:21.

Es lohnt sich durchaus, sich die Positionierungen unserer Rektorate (siehe Link oben) anzusehen. Die Aussagen zu den besonderen Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen natürlich nicht, aber wenn man sich die Positionierungen ansieht, sind es überwiegend Maßnahmen auf technischer oder instrumenteller Ebene. Erhebliche zusätzliche Belastungen, die auch von Personalräten und Frauenbeauftragen deutlich gemacht wurden, werden eben nicht durch die Aufrüstung der IT und nur sehr eingeschränkt durch Weiterbildungsangebote vermindert.

Hier gilt es, jetzt zeitnah in den Hochschulen darauf zu achten, inwiefern die nun verfügbaren Mittel auch tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation der Lehrenden beitragen oder ob sie dazu verwendet werden, die Jahren bestehenden strukturellen Defizite (schlechte Betreuungsquote, unzureichende Unterstützung durch Hilfskräfte und Mittelbau, Überlastung der Lehrenden durch zusätzliche Aufgaben und unbesetzte Stellen) mit Hilfe digitaler Tools zu stabilisieren.

In diesem Zusammenhang will ich auch auf die Neufassung der „Verordnung über den Umfang und den Nachweis der Erfüllung der Lehrverpflichtung an staatlichen Hochschulen (Lehrverpflichtungs- und Lehrnachweisverordnung – LVNV)“ hinweisen, die am 30.8.2020 veröffentlich wurde und rückwirkend zum 1.3.2020 gilt und sich finden lässt unter https://www.transparenz.bremen.de/sixcms/detail.php?gsid=bremen2014_tp.c.152341.de&asl=bremen02.c.732.de&template=20_gp_ifg_meta_detail_d . Im §3 findet sich die Festlegung: „im Fall der digitalisierten Formate kann die Anrechnung mit einem Faktor von mehr als 1 erfolgen, wenn dies aufwandsbezogen angemessen ist.“

Mit besten Grüßen

Wolfgang Lukas
Vorsitzender des Landesverbandes des Hochschullehrerbundes in Bremen und Bremerhaven

Wissenschaftsplan 2025

Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz hat im Oktober 2018 den Hochschulen im Lande Bremen den Entwurf des Wissenschaftsplans 2025 übermittelt. Erste Einzelheiten hierzu können dieser Pressemitteilung entnommen werden.

Der HLB Bremen hatte Gelegenheit, zu diesem Entwurf im Rahmen einer Anhörung in der Wissenschaftsdeputation Stellung zu nehmen. Diese Stellungnahme finden Sie hier.

BremHG ist novelliert worden

In Bremen ist im Sommer in  der Bremischen Bürgerschaft eine Änderung des Bremischen Hochschulgesetzes verabschiedet worden, zu dem auch der Hochschullehrerbund Stellung bezogen hatte  (weiterlesen)