Novelle BremHG 2017

BremHG ist novelliert worden

In der Bremischen Bürgerschaft ist in diesem Sommer mit Wirkung vom 20.6.2017 das sogen. Vierte Hochschulreformgesetz verabschiedet worden. Das Hochschulreformgesetz enthält Artikel mit denen in verschiedenen Gesetzen oder Verordnungen gleichzeitig Änderungen vorgenommen werden (BremHG, BeamtenGesetz, Lehrverpflichtungsverordnung etc). Die Änderungen werden dann in den jeweiligen Volltexten der Gesetze und Verordnungen zeitnah eingearbeitet. Das auf Basis des 4. Hochschulreformgesetz geänderte BremHG finden Sie z.B. auf dem Transparenzportal Bremen. 

Eine bemerkenswerte Änderung im BremHG ist der neu eingefügte Absatz 3 in § 49 des BremHg, in dem die Anwesenheitspflicht von Studierenden in Lehrveranstaltungen geregelt wird:

(3) Eine verpflichtende Teilnahme der Studierenden an Lehrveranstaltungen darf als Teilnahmevoraussetzung für Prüfungsleistungen nicht geregelt werden, es sei denn, bei der Lehrveranstaltung handelt es sich insbesondere um eine Laborveranstaltung, eine Exkursion, einen Sprachkurs, ein Praktikum oder eine Sicherheitseinweisung.“

Zu diesem Punkt hatte Prof. Dr. Wolfgang Lukas, der Vorsitzende des hlb-Bremen, schon im Vorfeld – wie man sieht aber leider vergeblich – Stellung genommen:

„Ich unterstützte die Idee, soweit als eine Anwesenheitspflicht ein bloßes disziplinarisches Mittel sein sollte, Studierende in langweilige Vorlesungen zu zwingen. Der Lehralltag sieht aber anders aus: erfolgreiches Lernen und Lehren basiert in wesentlichen Teilen auf Interaktion: zwischen Lehrenden und Studierenden, zwischen Studierenden in Teams. Lernen ist auch ein schrittweiser Prozess und nicht nur ein Hinarbeiten für eine Prüfung am Semesterende. Insofern halte ich das implizite Credo dieser Forderung für grundsätzlich falsch. In der praktischen Umsetzung könnten sich Studierende nach Belieben aus studentischen Teamarbeiten verabschieden und diese Lernform durch Abwesenheit erheblich in Frage stellen. Projektarbeiten, Problem-based Learning, die Zusammenarbeit mit externen Partnern erfordert verbindliche Beteiligung. In der heutigen Praxis ist es ein guter Stil einer Zusammenarbeit, auch gelegentliche Abwesenheiten, die den betreffenden kommuniziert werden, zu akzeptieren. Aber eine radikale Abschaffung einer grundsätzlichen Anwesenheitspflicht verschlechtert das Lernen und Lehren massiv.“

Interessant aber auch: Was meinen Sie zu dem Thema ?

Schreiben Sie uns unter info@hlb-bremen.de. Wir würden uns über eine rege Diskussion freuen.